Warum bestellen Gäste in manchen Lokalen fast automatisch das gleiche Gericht – und in anderen blättern sie ratlos durch eine übervolle Speisekarte , ohne so richtig fündig zu werden? Liegt es wirklich nur an der Küche oder auch daran, wie wir unsere Speisekarten aufbauen und präsentieren? Und wie viel Umsatz bleibt liegen, weil eine gute Küche von einer schwachen Speisekarte ausgebremst wird?
In diesem Leitfaden schauen wir auf alles, was eine gut gestaltete Speisekarte wirklich stark macht. Wir beginnen bei Strategie und Konzept, gehen über Kalkulation, Struktur und Anordnung, beschäftigen uns mit Texten und Beschreibungen, schauen auf Design, Material und Druck und streifen dabei immer wieder rechtliche Vorgaben. Am Ende können Sie Speisekarten gestalten, die das Restaurantkonzept widerspiegeln, Gästen die Wahl erleichtern und die Kasse spürbar stärker klingeln lassen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Professionelle Planung steigert den Umsatz: Eine sauber geplante, professionell gestaltete Speisekarte kann den Umsatz um 15 bis 20 Prozent steigern, weil sie profitablere Gerichte sichtbar macht, psychologisch klug mit Preisen umgeht und die Auswahl klar strukturiert.
- 70-30-Regel für Wiederbesuche: Die Balance aus klassischen Lieblingsgerichten und spannenden neuen Kreationen ist einer der größten Hebel für Wiederbesuche. Rund 70 Prozent bewährte Speisen und 30 Prozent wechselnde, saisonale oder kreative Gerichte sind ein guter Richtwert.
- Sprache verkauft mit: Sprache und Storytelling entscheiden mit darüber, ob ein Gericht nur „ganz okay“ klingt oder im Kopf Bilder und Appetit auslöst.
- Design sendet Signale: Schriftart, Farben, Layout, Format und Material senden unbewusst eine Botschaft über Qualität, Preisniveau und Stil des Lokals.
Konzeption Und Strategische Planung: Das Fundament Ihrer Speisekarte

Bevor die erste Schriftart ausgewählt oder das Layout im A4-Format angelegt wird, braucht jede Speisekarte ein klares Fundament. Wer einfach „drauflos schreibt“, landet schnell bei einer überladenen Karte, die weder die gewünschte Zielgruppe anspricht noch wirtschaftlich arbeitet. Wir sollten unsere Speisekarte deshalb immer als strategisches Geschäftsinstrument betrachten, nicht nur als Liste von Gerichten.
Zielgruppenanalyse: Wen Möchten Sie Ansprechen?
Am Anfang steht die Frage, für wen wir unsere Speisekarte überhaupt schreiben. Ein familienfreundliches Lokal in einer Wohngegend braucht ein anderes Angebot als ein Business-Restaurant in der Innenstadt oder eine Weinbar mit kleiner Karte. Alter, Einkommen und Lebensstil der Gäste beeinflussen, wie breit das Angebot sein sollte, in welcher Preisspanne sich die Gerichte bewegen und wie die Beschreibungen formuliert werden.
Typische Gästesegmente sind zum Beispiel:
- Studierende: achten stark auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und suchen eher günstige, sättigende Klassiker.
- Geschäftsleute: akzeptieren höhere Preise, erwarten dafür eine klar strukturierte Speisekarte, hochwertige Produkte und einen reibungslosen Ablauf in der Mittagspause.
- Genussorientierte Gäste: mit ausgeprägter kulinarischer Erfahrung lassen sich eher auf ausgefallene Kombinationen ein, während andere lieber bekannte Gerichte wählen, die ihnen Orientierung geben.
- Familien: brauchen kinderfreundliche Optionen, flexible Portionen und eine klare Kennzeichnung, was für Kinder geeignet ist.
Immer wichtiger werden spezielle Ernährungsbedürfnisse. Vegetarische, vegane und glutenfreie Speisen sowie Gerichte ohne bestimmte Allergene sollten klar gekennzeichnet sein, etwa mit gut sichtbaren Symbolen. Wer viele verschiedene Anforderungen berücksichtigt, ohne die Karte überfordernd wirken zu lassen, zeigt Serviceorientierung und signalisiert, dass im Betrieb mitgedacht wird.
Balance Zwischen Tradition Und Innovation
Eine starke Speisekarte verbindet Vertrautes mit Neuem. Klassische Gerichte wie ein gutes Schnitzel, eine klare Rinderkraftbrühe oder ein Schokodessert geben Gästen Sicherheit. Sie sind oft die Basis, auf der Stammgäste ihre Entscheidung aufbauen. Wer diese Ankergerichte streicht, riskiert, dass sich langjährige Gäste nicht mehr abgeholt fühlen.
Gleichzeitig erwartet ein großer Teil der Gäste ein gewisses Maß an Kreativität. Das können besondere Kombinationen sein, moderne Interpretationen klassischer Speisen oder internationale Einflüsse, die ins gastronomische Konzept passen. Diese innovativen Gerichte sind oft diejenigen, über die gesprochen und in Bewertungen geschrieben wird – und die das Image des Lokals als zeitgemäß prägen.
Hilfreich ist die 70-30-Regel:
- ca. 70 % der Karte: etablierte Favoriten, die regelmäßig bestellt werden und in der Küche sicher sitzen,
- ca. 30 % der Karte: neue oder saisonale Gerichte, die getestet, rotiert und bei Erfolg dauerhaft übernommen werden können.
Wichtig ist, Innovation verständlich zu kommunizieren, etwa mit kurzen Hinweisen wie „moderner Twist unseres Klassikers“, damit auch eher konservative Gäste sich trauen, etwas Neues zu probieren.
Saisonalität Und Regionale Spezialitäten Integrieren
Saisonale und regionale Angebote sind ein starkes Signal für Frische und Qualität. Tomaten im Hochsommer schmecken anders als im Winter, ein Kürbisgericht wirkt im Herbst passend und ein frischer Spargel im Frühling spricht für einen Betrieb, der mit der Jahreszeit geht. Wer Speisekarten gestaltet, sollte diese Rhythmen bewusst nutzen.
Marketingseitig sind saisonale Themen ideal, um Gäste gezielt anzusprechen. Aktionen wie Spargelwochen, Wildmonat oder eine Sommer-Grillkarte lassen sich gut auf Social Media, auf Plakaten oder an der Tür kommunizieren. Auf der Speisekarte selbst können solche Angebote über eine separate Tageskarte, Einleger oder eine eigene Kategorie sichtbar werden, ohne den Rest der Karte ständig verändern zu müssen.
Das Signature Dish: Ihr Kulinarisches Aushängeschild
Ein Signature Dish gehört auf der Speisekarte an eine prominente Stelle, etwa in einen optisch hervorgehobenen Bereich an einem der „Sweet Spots“ der Seite. Eine kurze Geschichte zur Entstehung, ein passender Wein- oder Cocktail-Vorschlag und eine ansprechende Beschreibung machen es noch stärker.
Die Kunst Der Gerichte- Und Preiskalkulation

Eine perfekt gestaltete Speisekarte bringt wenig, wenn die Zahlen dahinter nicht stimmen. Jede Vorspeise, jedes Hauptgericht und jedes Dessert muss so kalkuliert sein, dass Wareneinsatz, Personal, Miete und alle weiteren Kosten gedeckt sind – und trotzdem ein Preis entsteht, den Gäste bereit sind zu zahlen. Hier treffen betriebswirtschaftliche Überlegungen auf Psychologie und kulinarische Kreativität.
Strategische Auswahl Der Gerichte Für Maximale Rentabilität
Bevor Preise festgelegt werden, sollten wir prüfen, welche Gerichte sich wirtschaftlich überhaupt lohnen. Dafür betrachten wir den Wareneinsatz jeder Speise, also die reinen Lebensmittelkosten pro Portion, und stellen sie dem erwarteten Verkaufspreis gegenüber. Auf dieser Grundlage wird schnell klar, welche Gerichte Potenzial haben und welche eher kritisch sind.
Eine schlanke, gut durchdachte Auswahl ist im Zweifel besser als eine sehr breite Karte. Die Faustregel 3-7-3 (drei Vorspeisen, sieben Hauptgerichte, drei Desserts) passt für viele Betriebe, lässt sich aber an Konzept und Größe des Betriebs anpassen. Wenn Zutaten klug über mehrere Gerichte hinweg genutzt werden, lassen sich Lagerhaltung und Lebensmittelverschwendung reduzieren, ohne dass Gäste das Gefühl haben, überall das Gleiche zu essen.
Professionelle Preiskalkulation: Die Deckungsbeitragsmethode
Die Deckungsbeitragsmethode hilft, Preise systematisch statt „aus dem Bauch heraus“ festzulegen. Der Deckungsbeitrag eines Gerichts ist der Verkaufspreis minus der variablen Kosten, also in der Regel der Wareneinsatz pro Portion. Dieser Betrag muss zur Deckung der Fixkosten wie Miete, Personal, Energie und Pacht beitragen – und darüber hinaus Gewinn erwirtschaften.
In der Praxis gehen wir in drei Schritten vor:
- Wareneinsatz ermitteln: Für jedes Gericht werden alle Zutaten mit ihren Kosten pro Portion erfasst.
- Ziel-Deckungsbeitrag festlegen: Es wird definiert, welcher durchschnittliche Deckungsbeitrag pro Gericht nötig ist, damit der Betrieb profitabel arbeitet.
- Verkaufspreis bestimmen: Wareneinsatz und gewünschter Deckungsbeitrag werden addiert und auf einen psychologisch sinnvollen Preis gerundet.
Je nach Segment liegen typische Food-Cost-Anteile meist zwischen etwa 25 und 35 Prozent des Verkaufspreises, in sehr hochwertigen Konzepten können es auch etwas mehr sein. Wichtig ist, die Kalkulation regelmäßig zu aktualisieren, da Einkaufspreise sich ändern.
Psychologische Preisgestaltung Und Darstellung
Neben der reinen Kalkulation spielt die Darstellung der Preise eine große Rolle. Auf vielen Speisekarten stehen Preise in einer sauberen Spalte untereinander. Das wirkt zwar ordentlich, lenkt den Blick der Gäste aber automatisch auf den günstigsten Preis – und reduziert damit oft den Durchschnittsbon. Besser ist es, Preise unauffällig ans Ende der Beschreibung zu setzen.
Struktur Und Aufbau: Die Psychologie Der Speisekartenanordnung

Wie Gerichte auf der Speisekarte angeordnet sind, beeinflusst, was Gäste sehen, verstehen und bestellen. Ein und dieselbe Auswahl kann, je nach Struktur, sehr zugänglich oder extrem verwirrend wirken. Die Karte sollte die Orientierung erleichtern, nicht erschweren, und gleichzeitig gezielt auf besonders rentable Angebote lenken.
Kategorisierung Für Intuitive Navigation
Eine logisch aufgebaute Speisekarte folgt meist der klassischen Menüfolge. Sie beginnt mit Vorspeisen, geht weiter über Suppen und Salate zu den Hauptgerichten und endet bei Desserts und eventuell einer kleinen Käseauswahl. Innerhalb der Hauptgerichte ist eine Unterteilung nach Fisch, Fleisch sowie vegetarischen und veganen Speisen sinnvoll, damit sich Gäste schnell zurechtfinden.
Spezielle Kategorien können das Angebot zusätzlich klarer machen. Ein Abschnitt „Empfehlung des Küchenchefs“, „Saisonale Highlights“ oder „Für unsere kleinen Gäste“ lenkt Aufmerksamkeit auf bestimmte Bereiche und erleichtert die Auswahl. Wichtig ist, dass Benennungen einheitlich sind und die Reihenfolge logisch wirkt, damit die Karte nicht wie ein zufälliges Sammelsurium von Gerichten erscheint.
Die Lesekurve: Strategische Platzierung Für Maximalen Verkauf
Menschen lesen Speisekarten nicht automatisch von oben links nach unten rechts. Untersuchungen, unter anderem von Siegfried Vögele, zeigen, dass der Blick auf einer Seite oft einem liegenden „U“ folgt. Zuerst wird der obere rechte Bereich erfasst, dann gleitet der Blick zur Mitte der linken Seite und endet schließlich im unteren rechten Bereich.
Diese Lesekurve macht bestimmte Zonen einer Seite besonders wertvoll. Wer an diesen Punkten Gerichte mit hoher Marge, Signature Dishes oder attraktive Menüs platziert, erhöht die Chance, dass genau diese Angebote wahrgenommen und bestellt werden. Umgekehrt sind Randbereiche und die linke Seite bei mehrseitigen Menükarten häufig weniger aufmerksamkeitsstark.
Hervorhebung Von Empfehlungen Und Sonderangeboten
Empfehlungen des Küchenchefs sind mehr als ein nettes Extra. Sie nehmen Gästen ein Stück Entscheidungsdruck ab und lenken gleichzeitig auf Gerichte, die entweder besonders gut zur gastronomischen Handschrift passen oder wirtschaftlich interessant sind. Ein kurzer Hinweis wie „Unsere Empfehlung“ neben dem Gerichtstitel kann hier schon viel bewirken.
Auch die Markierung von Bestsellern funktioniert stark. Kennzeichnungen wie „Gäste-Liebling“ oder „Am häufigsten bestellt“ geben soziale Bestätigung. Viele Gäste fühlen sich mit ihrer Wahl wohler, wenn sie wissen, dass andere damit gute Erfahrungen gemacht haben. Das steigert die Zufriedenheit und reduziert das Risiko von Enttäuschungen.
Integration Der Getränkekarte
Speisen und Getränke gehören zusammen, auch wenn sie oft getrennt präsentiert werden. Eine durchdachte Integration der Getränkekarte in das Gesamtangebot kann den Umsatz insbesondere bei Wein, Bier und Cocktails deutlich erhöhen. Wichtig ist, dass die Gestaltung einheitlich bleibt, damit der Gast alles als Teil eines stimmigen Gastronomie-Konzepts wahrnimmt.
Überzeugende Beschreibungen: Storytelling Für Den Gaumen

Die beste Anordnung und das schönste Layout können eine Speisekarte nicht retten, wenn die Texte langweilig sind. Reine Zutatenlisten ohne Gefühl oder Kontext lassen kaum Bilder im Kopf entstehen. Dabei entscheiden Worte oft mit darüber, ob Gäste ein Gericht nur überfliegen oder mit echter Vorfreude bestellen.
Die Kunst Der Sensorischen Beschreibung
Statt nur zu schreiben „Hähnchenbrust mit Gemüse und Reis“, können wir das Gericht mit wenigen Worten lebendig werden lassen. Wir beschreiben Geschmack, Textur, Aroma und Aussehen, damit sich der Gast das Gericht auf dem Teller vorstellen kann. So wird aus einer neutralen Speise eine kulinarische Szene im Kopf.
Wichtig ist, nicht zu dick aufzutragen. Wenn jede Speise als „sensationell“ angekündigt wird, wirkt die Karte schnell unglaubwürdig. Besser ist eine klare, ehrliche Sprache, die Besonderheiten hervorhebt und den Gast ernst nimmt.
Storytelling: Die Geschichte Hinter Dem Gericht
Viele Gerichte haben eine spannende Geschichte, die sich sehr gut auf der Speisekarte erzählen lässt. Vielleicht stammt das Rezept von der Großmutter, wurde auf einer Reise entdeckt oder knüpft an eine regionale Tradition an. Solche Hintergrundinformationen machen ein Gericht persönlicher und bleiben im Gedächtnis.
Damit solche Geschichten wirken, müssen sie wahr und nachvollziehbar sein. Erfundenes Storytelling fällt früher oder später auf und schadet dem Vertrauen. Es lohnt sich, das Küchenteam einzubeziehen, denn dort steckt viel Wissen über Herkunft und Zubereitung, das sich gut in die Menükarten integrieren lässt.
Die Macht Der Richtigen Adjektive
Adjektive sind die Gewürze der Sprache. Richtig eingesetzt, geben sie Gerichten Profil und heben Qualitätsmerkmale hervor. Statt immer nur „lecker“ zu schreiben, können wir differenzierte Begriffe nutzen, die genauer treffen, was ein Gericht ausmacht.
Beispiele für passende Adjektiv-Gruppen:
- Qualität: „handverlesen“, „sorgfältig ausgewählt“, „besonders zart“
- Herkunft: „regional“, „aus der Region“, „bio-zertifiziert“, „nachhaltig gefangen“
- Zubereitung: „langsam gegart“, „sanft geröstet“, „frisch gepresst“
Im Team lassen sich Listen mit passenden Adjektiven sammeln, die zum eigenen Stil passen. Wichtig ist, sie gezielt und nicht überall gleichzeitig einzusetzen, damit die Speisekarte nicht überladen wirkt.
Der Einsatz Von Professioneller Fotografie
Fotos auf der Speisekarte können ein starkes Mittel sein, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Ein wirklich gut gemachtes Food-Foto eines Hauptgerichts oder Desserts macht sofort Appetit und gibt Gästen eine klare Vorstellung davon, was sie erwartet. Das gilt besonders bei unbekannten Speisen, Sushi, komplexen Desserts oder Signature Dishes.
Visuelles Design: Typografie, Farben Und Layout

Das Design einer Speisekarte wirkt wie ein stilles Versprechen. Schon bevor ein Gast ein Gericht gelesen hat, hat er ein Gefühl dafür, ob er sich in einem eher einfachen oder exklusiven Betrieb befindet, ob der Fokus auf klassischer Hausküche, trendigen Bowls oder feinem Menü liegt. Schriftart, Farben und Layout prägen dieses Gefühl wesentlich.
Typografie: Lesbarkeit Trifft Persönlichkeit
Die gewählte Schriftart entscheidet mit darüber, ob Gäste Texte entspannt lesen oder sich anstrengen müssen. Gerade bei gedämpftem Licht oder älteren Gästen ist eine klare, ausreichend große Schrift entscheidend. Zu verschnörkelte, sehr dünne oder winzige Schriftarten eignen sich in der Regel nicht für Beschreibungen und Preise.
Der Stil der Schrift sollte zum Restaurantkonzept passen:
- Ein klassisches Fine-Dining-Restaurant wirkt mit einer eleganten Serifenschrift stimmig.
- Ein modernes, urbanes Lokal harmoniert eher mit einer klaren, serifenlosen Schriftart.
- Verspielte Schriften passen gut zu Cafés oder Eisdielen, sollten aber sparsam eingesetzt werden, etwa nur für Überschriften.
Eine gute Speisekarte nutzt Typografie, um Hierarchien zu schaffen. Gerichtsnamen stehen größer und auffälliger als Beschreibungen, Kategorien sind klar als solche zu erkennen. In der Regel reichen zwei zueinander passende Schriftarten – eine für Überschriften, eine für Fließtext. Schriftgrößen von etwa 10–11 Punkt für Beschreibungen und 14–18 Punkt für Gerichtsnamen haben sich bewährt, ergänzt durch einen angenehmen Zeilenabstand, damit der Text nicht „gequetscht“ wirkt.
Farbpsychologie: Emotionen Und Appetit Steuern
Farben lösen unbewusst Stimmungen aus und beeinflussen auch das Essverhalten. Warme Töne wie Rot, Orange und Gelb gelten als appetitanregend und lebendig. Sie eignen sich gut, um bestimmte Gerichte, etwa Grill-Spezialitäten oder kräftige Hauptgerichte, hervorzuheben. Gleichzeitig sollten sie dosiert eingesetzt werden, damit die Karte nicht unruhig wirkt.
Grüntöne stehen für Frische, Natur und Gesundheit. Sie passen besonders gut zu Salaten, vegetarischen und veganen Speisen oder nachhaltigen Konzepten. Blau vermittelt Ruhe und Vertrauen, wird aber eher selten in direktem Zusammenhang mit Speisen verwendet, da es Appetit bremsen kann. In Kombination mit Weiß oder Grau kann es jedoch bei Getränkekarten oder im Wasser- und Meeresbereich sinnvoll sein.
Für ein gehobenes Erscheinungsbild werden oft Schwarz, Creme, Gold oder tiefes Bordeaux genutzt. Diese Farben vermitteln Eleganz und Exklusivität, passen also gut zu Gastronomie im höheren Preissegment. Wichtig ist immer ein ausreichender Kontrast zwischen Schriftfarbe und Hintergrund, damit alles gut lesbar bleibt, selbst bei Kerzenlicht.
Die Farben der Speisekarte sollten sich eng an die bestehenden Markenfarben des Betriebs anlehnen. So entsteht ein harmonisches Ganzes: von Website und Logo über die Speisekartenhüllen bis hin zu den Holzprodukten auf dem Tisch. Einzelne Kategorien oder spezielle Angebote können farblich markiert werden, um die Orientierung zu erleichtern.
Layout-Prinzipien: Struktur Und Weißraum
Ein gutes Layout sorgt dafür, dass die Speisekarte ruhig und geordnet wirkt. Zu viele Elemente, dichte Textblöcke oder enge Abstände führen schnell dazu, dass sich Gäste überfordert fühlen. Weißraum, also bewusst freigelassene Flächen, gibt dem Auge Pausen und lässt die Karte hochwertiger erscheinen.
Hilfreich sind einfache Raster, an denen Texte und Preise ausgerichtet werden. So entsteht automatisch Struktur und Balance. Ob das Layout symmetrisch oder leicht asymmetrisch aufgebaut ist, hängt von der gewünschten Wirkung ab. Symmetrie vermittelt Ordnung und Ruhe, Asymmetrie kann moderner und dynamischer wirken, solange sie kontrolliert eingesetzt wird.
Durch Größe, Gewicht und Platzierung des Textes lässt sich eine klare visuelle Hierarchie schaffen. Wichtige Gerichte stehen prominenter, Erklärtexte sind kleiner und zurückhaltender. Trennlinien, feine Rahmen oder Boxen können helfen, Kategorien voneinander abzugrenzen, sollten aber dezent bleiben, um nicht von den eigentlichen Speisen und Getränken abzulenken.
Auch wenn es sich um eine gedruckte Speisekarte handelt, lohnt sich der Blick auf einfache, klare Strukturen, wie man sie von gut gestalteten Webseiten kennt. Große, gut lesbare Elemente, wenige Schriftarten und klare Schwerpunkte machen die Karte für alle Gäste leicht verständlich.
Physische Qualität: Material, Format Und Druck

Neben Text und Design spielt die physische Qualität der Speisekarte eine wichtige Rolle. Wie sich eine Karte in der Hand anfühlt, wie stabil sie ist und wie sauber der Druck wirkt, sendet starke Signale über die Küche und das Preisniveau. Dünnes, schnell abgenutztes Papier vermittelt etwas anderes als eine wertige Karte mit angenehmer Haptik.
Format-Optionen Für Verschiedene Bedürfnisse
DIN A4 ist in der Gastronomie ein Klassiker. Das Format bietet ausreichend Platz für Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts und lässt sich gut in Mappen oder Speisekartenhüllen einlegen. Für kompaktere Angebote oder spezielle Karten wie Dessert- oder Cocktailkarten eignet sich DIN A5, das handlicher ist und auf kleineren Tischen weniger Raum einnimmt.
Kleinere Formate wie DIN A6 oder DIN lang sind ideal für Getränkekarten, Tagesangebote oder Special-Listen, die auf dem Tisch in einem Halter stehen. Sie wirken übersichtlich, sind schnell austauschbar und können mit wenig Materialaufwand regelmäßig aktualisiert werden. Quadratische oder besonders schmale Formate fallen stärker auf, sollten aber so gewählt werden, dass sie gut in der Hand liegen und nicht umständlich zu blättern sind.
Bei der Formatwahl lohnt der Blick auf die Tische im eigenen Betrieb:
- Wie viel Platz haben Gäste realistisch vor sich?
- Stört eine sehr große Karte den Blickkontakt am Tisch?
- Können kleinere Formate das Angebot trotzdem klar abbilden?
Falzarten Und Bindungssysteme
Neben dem Format entscheidet auch die Falt- oder Bindetechnik darüber, wie sich eine Speisekarte nutzen lässt. Eine einfache Einblatt-Karte, ein- oder beidseitig bedruckt, eignet sich gut für kleine, fokussierte Angebote, etwa eine Mittagskarte oder ein saisonales Zusatzangebot. Sie ist günstig zu drucken und leicht zu ersetzen, wenn sich das Angebot ändert.
Sehr verbreitet ist die Einbruchfalz, bei der ein Blatt in der Mitte gefaltet wird und so vier Seiten entstehen. Diese Form passt gut zu klassischen Restaurantkarten, bei denen Speisen und Getränke klar voneinander getrennt werden sollen. Für umfangreichere Angebote kommen Wickelfalz- oder Zickzackfalz-Karten infrage. Hier wird ein größeres Blatt mehrfach gefaltet, sodass mehrere, klar abgegrenzte Seiten entstehen, die schrittweise aufgeklappt werden.
Fazit
Eine gute Speisekarte entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis aus klarem Konzept, sauberer Kalkulation, durchdachter Struktur, ansprechenden Texten und einem Design, das zum Restaurantkonzept passt. Wer Speisekarten gestaltet, arbeitet damit an einem der wichtigsten Verkaufsinstrumente im gesamten Betrieb – oft wirksamer als jede Anzeige oder Rabattaktion.
FAQs
Wie Oft Sollten Wir Unsere Speisekarte Überarbeiten?
Eine Speisekarte sollte mindestens einmal im Jahr gründlich überprüft werden, in vielen Betrieben macht ein kleinerer Check jedoch schon alle paar Monate Sinn.
Wie Viele Gerichte Gehören Auf Eine Übersichtliche Speisekarte?
Zu viele Positionen machen eine Speisekarte schnell unübersichtlich und lassen Gäste zögern. Ein guter Ausgangspunkt sind etwa drei bis vier Vorspeisen, sechs bis acht Hauptgerichte und zwei bis drei Desserts, angepasst an Größe und Ausrichtung des Lokals.
Wie Gehen Wir Mit Allergenen Und Kennzeichnung Um?
Allergene sollten klar und gut verständlich gekennzeichnet sein, etwa über Symbole mit kurzer Legende oder Hinweise direkt beim Gericht.
Wie Können Produkte Von Qlychee Unsere Speisekarte Unterstützen?
Die Speisekarte endet nicht beim Papier, sondern setzt sich in der Präsentation der Speisen und Getränke am Tisch fort. Holzspeisekarten von Qlychee helfen dabei, das auf der Karte versprochene kulinarische Erlebnis sichtbar zu machen. Durch individuelle Anpassungen, etwa Logo-Gravuren oder spezielle Formen, lassen sich diese Elemente an das eigene Restaurantkonzept anpassen.







































